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Die Lyme Borreliose ist eine schwächende Erkrankung, die sich als chronischer Schmerz zeigen kann. Alle Gesundheitseinrichtungen müssen sich dem klinischen Wesen bewusst sein und müssen diese Infektionserkrankung in verschiedenen Diagnosen berücksichtigen. Lyme Borreliose ist eine immer mehr verbreitete Infektionskrankheit. 90% aller vector-borne Erkankungen in den Vereinigten Staaten. Von nahezu 100,000 Fälle ist seit 1980 berichtet worden. Dies stellt eine 26fache Steigerung in der Periode von 1982 bis 1996 dar. Während 70% der Fälle im Nordosten auftreten, wird die LB aber auch im Norden und an der Pazifikküste gefunden. Es muss angenommen werden, dass Kinder und Erwachsene während ihrer Aktivitäten in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Freizeit einem Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Durch die vielfältigen und bequemen Reisemöglichkeiten erscheint die Lyme Borreliose heute auch in Regionen, in denen sie nicht ursprünglich auftrat. Es ist sehr wichtig, dass die Gesundheitseinrichtungen mir den ersten Anzeichen und Symptomen dieser Infektionserkrankung vertraut sind.Symptome, die mit der Lyme Borreliose in Verbindung gebracht werden, beinhalten Kopfschmerzen und chronische Schmerzen, die in der Gestalt verschiedener Pathologie und Störungen auftreten können. Patienten mit undeutlichen Beschwerden, nicht spezifischen Allgemeine, Gesichts- und Kopfschmerzen, mit einer Krankengeschichte, die verschiedene Systeme und Behandlungen umfasst, sind auf jeden Fall verdächtig.
Chronischen Lyme Borreliose Schmerz zu behandeln ist immernoch ein Problem. Viele Patienten erfahren nicht die gewünschten Effekte mit den bekannten Schmerzmitteln und zudem erschweren die Nebenwirkungen den Gebrauch. Die Medizin ist darum seit Jahren ständig auf der Suche nach einer Lösung zur Behandlung von neuropathischen und chronischen Schmerzen ohne Nebenwirkungen. 2010 gab es einen Durchbruch auf dem Gebiet der Chronischer Schmerzbekämpfung: In den Niederlanden wurde mit Palmitoylethanolamin (PEA)ein neuer Wirkstoff zugelassen, der auch im menschlichen Körper selbsthergestellt wird und unter dem Markennamen „Normast®“ im Handel erhältlich ist. Er hat eine stark schmerzlindernde Wirkung bei verschiedenen schweren Schmerzsyndromen, von Herniaschmerzen bis zu Fußschmerzen bei Diabetes. PEA aktiviert das eigene Immunsystem gegen den Schmerz, was außergewöhnlich ist. Es folgt eine kurze Darstellung über diesen ungewöhnlichen Wirkstoff. Normast®: Was es ist Normast® ist in Italien, Spanien und einigen anderen Ländern als besondere Form von medizinischer Nahrung zugelassen und seit Dezember 2010 auch in den Niederlanden. In den Niederlanden wurde Normast als 'Supplement' zugelassen durch die Firma „Ergomax“, die das Produkt auch vertreibt. Die Kosten betragen 26 € pro Packung mit zwanzig 600 mg Tabletten. Da der Wirkstoff als ein medizinisches Nahrungsmittel registriert ist, können die Kosten ggfs. von der Steuer abgezogen oder von der Krankenkasse teilweise übernommen werden. Normast®: Eigenschaften Das Schmerzmittel Normast mit dem Wirkstoff Palmitoylethanolamid (PEA) weist eine Anzahl wichtiger und interessanter Eigenschaften und Aspekte auf: 1. Getestet wurde Normast an mehreren tausenden Patienten mit Schmerzen und Entzündungen; die schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung des Mittels konnte dadurch nachgewiesen werden (vgl. dazu die Literaturliste am Ende dieses Beitrags). 2. Untersucht wurde PEA auch durch Biologen und Pharmakologen in über 100 Studien: Noch nie wurde ein medizinisches Diätpräparat so ausführlich erforscht. 3. Effektivität und Verträglichkeit getestet bei viele Schmerzsyndrome: Harniaschmerzen, diabetischen neuropathischen Schmerzen, chronischen Kieferschmerzen, Karpaltunnelsyndrom, Trigeminusneuralgie und Ekzemen. 4. Einfach einzunehmen, als schnell lösliches Pulver unter der Zunge zu Beginn der Behandlung und danach in Tablettenform. 5. Ohne Probleme einzunehmen neben anderen Arznei- und Schmerzmitteln. 6. Gute Schmerzlinderung, manchmal sogar besser als durch bekannte Schmerzmittel. 7. Die soweit bekannten Nebenwirkungen sind minimal. 8. Effektiv und patientfreundlich auch bei alten und sehr alten Patienten. 9. Und schließlich: PEA ist ein körpereigener Stoff, den wir selbst in unseren Zellen herstellen, wo er als natürliches Schmerzmittel und entzündungshemmend wirkt. Zur Einnahme von NormastUm Patienten schnell und effektiv mit diesem körpereigenen Schmerzmittel zu versorgen wurden kleine Säckchen mit Pulver entwickelt, die man 2 mal täglich unter der Zunge zergehen lässt. Normast wird dann direkt über die Mundschleimhaut im Blut aufgenommen und kann sofort wirken. In der ersten Packung sind 20 kleine Säckchen enthalten die für 10 Tage reichen. Danach geht man über zur Einnahme von 600 mg Tabletten für ein bis zwei Monate; auch hier nimmt man 2 Einheiten pro Tag. Bei sehr starken Schmerzsymptomen wie Rücken- und chronischen Herniaschmerzen wird geraten, das Pulver über einen längeren Zeitraum einzunehmen. Meistens merken die Patienten zwischen der 2ten und 5ten Woche, dass die Schmerzen nachlassen, in manchen Fällen setzt die Wirkung auch schon direkt nach der Einnahme ein. Nachdem die Wirkung eingetreten ist, ist es ratsam, die Dosis etwas zu verringern und dann 2 Tabletten von 300 mg ein zu nehmen. Sollte der Schmerz sich wieder einstellen, sollte man eine 10-tägige Phase einfügen, in der man wieder auf das Pulver zurückgreift. Nebenwirkungen sind nicht bekannt. In den ersten Tagen kann jedoch ein Gefühl von Wärme im Gesicht entstehen, da der Wirkstoff die Blutgefässe etwas weiten kann. Auch im Hinblick auf die gleichzeitige Einnahme andere Arzneimittel sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Auch für eine große Anzahl alter Patienten ist PEA getestet worden und auch bei dieser Patientengruppe sind bisher keine Probleme aufgetreten. Unsere älteste Patientin ist 90 Jahre alt und reagierte gut auf die Behandlung, ohne Nebenwirkungen. Auf dieser Website finden Sie viele Artikel zu Normast, und zur wissenschaftlichen Basis von Normast. Ärzte, die mehr wissen möchten über Normast, können Prof. Dr. Jan Keppel Hesselink jederzeit kontaktieren. Indikation für Normast® Die Indikation ist neuropathischer Schmerz, wie ach auftreten bei Lyme Borreliose. Der Körper stellt bei Schmerzen und Entzündungen zu wenig dieses Stoffes her und da der Stoff Palmitoylethanolamid nicht zureichend vorhanden ist, spricht man von einer Stoffwechselstörung auf dem Gebiet der Synthese dieses körpereigenen schmerzlindernden Stoffes. Da die Produktion von PEA durch die körpereigenen Zellen nicht weiter erhöht werden kann, ist das Zufügen von exogenem Palmitoylethanomlamid eine deutliche Form von Substitutionstherapie. Weiteres zur Lyme Borelliose SchmerzenSymptome der persistierenden Borreliose Im folgenden möchte ich die vielfältigen Symptome, die bei einer persistierenden Borreliose beobachtet werden können, aufführen und zwar nach folgenden Gesichtspunkten:
1, Symptome, die m.W. nur bei einer persistierenden Borreliose von den Patienten berichtet werden und die deshalb als typisch, ja fast als pathognomonisch gelten dürfen. Charakteristisch ist dabei die je-weils wechselnde Intensität und Lokalisation der Beschwerden, was eindeutig gegen eine organbezogene Pathologie spricht.
2, Symptome, die häufig von den Borreliose-Patienten berichtet wer-den , die aber auch bei anderen Krankheiten auftreten könnten. Erst die Kombination dieser unterschiedlichen Symptome über einen längeren Zeitraum macht dann das Vorliegen einer persistierenden Borreliose wahrscheinlich.
1 Typische Symptome bei persistierender Borreliose Plötzlich einschießende Muskelschmerzen, die an Intensität wech-seln und immer wieder an verschiedenen Körperstellen auftreten können. Ein- oder beidseitige Fersen- und Schienbeinschmerzen, die v.a. nachts im Liegen ohne eine mechanische Beanspruchung auftreten.
„Springende“, stark ausgeprägte Gelenkschmerzen („polytope Arthralgien“) v.a. der großen Gelenke wie Knie oder Schultern, der Handwurzelknochen oder der Sprunggelenke mit nächtlichem (!) Schmerzmaximum
Fußsohlenschmerzen, die ein -oder beidseitig auftreten und Reizun-gen der Plantaraponeurosen entsprechen (Plantarfasziitis). Das Schmerzmaximum ist ebenfalls nachts im Liegen oder morgens nach dem Aufstehen, sodaß sog. „Anlaufschmerzen“ bestehen (ähnlich wie bei Arthrosen).
Wechselnd auftretende Sehnen- und Sehnenansatzschmerzen wie z.B. Achillessehnenschmerzen , Schmerzen wie bei Carpaltunnel-syndrom (CTS), Epicondylitiden („Tennisarm“,“Golfarm“) oder Bizepssehnenreizungen (nachts betonter diffuser Oberarmschmerz).
Nachts betonte Rücken- oder Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die oberen Extremitäten, die auf die üblichen Antirheumatika/ Analgetika kaum ansprechen und bei einer Bildgebung (CT, NMR) keine Ursache erkennen lassen.(s.a. die Ausführungen zum Bann-warth-Syndrom weiter unten)
„Wundgefühl“ der Rippen u./o. des gesamten Brustkorbes sowie subjektive Atemnot, die sich aber mit pneumologischen Untersu-chungsmethoden nicht objektivieren lässt. Brennschmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbelparästhesien und „Ameisenlaufen“ , Jucken sowie schwer beschreibbare Gefühle wie „Elektrisieren“ und „Fließgefühle“ der Haut in wechselnder Loka-lisation und Intensität.
Viele Patienten berichten über ein immer wieder auftretendes plötz-liches „Zusammenziehen der Kopfhaut“, was sich merkwürdig an-fühle und nur schwer zu beschreiben sei.Andere von einem „Kappen-gefühl“, als ob sie ständig eine Mütze aufhätten.
Nebel im Kopf“ mit dem Gefühl, nicht ganz im Jetzt und Heute zu sein, sondern irgendwie „wie hinter einer Milchglasscheibe“.
Das Erythema migrans (EM) ist ein wenn auch nicht regelhaft auftretendes, so doch typisches Frühsymptom der Haut nach einer erfolgten Borrelieninfektion. Es ist sehr vielgestaltig und wird deshalb oft auch mit einem allergischen Exanthem oder einer Mykose ver-wechselt. Selbst ohne eine positive Borrelienserologie ist es unbe-dingt ausreichend lange und hoch genug dosiert antibiotisch zu behandeln, um die Entwicklung der chronischen Form der Borreliose zu verhindern!
Die Acrodermatitis chronica atrophicans (ACA ) gilt als das klas-sische Spätsymptom der Haut bei einer chronischen Borrelieninfek-tion. Sie tritt meist an den Akren und den Streckseiten der Extremi-täten auf, aber auch z.B. an den Fußsohlen oder den Oberschen-keln. Sie wird in der Praxis des niedergelassenen Arztes allerdings selten gesehen bzw. diagnostiziert, da sie mit einer chronisch-vernö-sen Insuffizienz (CVI) verwechselt werden kann. Die ACA verläuft in drei Stadien (Stadium maculosum, infiltrati-vum und atrophicans), die aber nicht unbedingt aufeinander folgen.
Schuppende Erytheme wechseln sich ab mit flächigen Rötungen oder Hautveränderungen wie bei allergischen Reaktionen, die netz- oder streifenförmig angeordnet sein können. Später erst kommt es zur faltigen sog. Zigarettenpapierhaut mit einem Durchscheinen der Gefäße und fleckigen Hautveränderungen oder auch Hautaufhellun-gen.
Während der ACA kommt es auch zu schmerzhaften Schwellungen der Finger- und Handgelenke, die einer Arthritis oder Fingerpoly-arthrosen (Bouchard- oder Heberdenarthrosen) ähneln können. Auch Knochen- und Gelenkerkrankungen (incl. Osteoporose) im Vorfuß-bereich und im Verbreitungsgebiet der ACA kommen vor sowie fibrinoide Knoten oder Ulcerationen, v.a. im Unterschenkelbereich.
2 Symptome, die meist von Patienten mit persistie-render Borreliose berichtet werden (in der ungefähren Reihenfolge ihrer Häufigkeit) Psychische und kognitive Veränderungen Starke Müdigkeit- und Erschöpfung (dies ist das häufigste Symp-tom aller chronisch Borrelien-Infizierten !!) sowie Antriebsschwä-che und Stimmungslabilität (was immer wieder einmal zur einer Verwechslung mit einer Depression führen kann).
Kognitive Defizite mit Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, v.a. für Namen und kurz vorher geplante Tätigkeiten sowie der Aufmerksam-keit. Oft besteht eine Störung der Konzentration- und Auffassung, das Gefühl einer Denkhemmung und zeitweise auch Störungen der Orientierung (was bei Älteren zur Fehldiagnose eines M. Alzheimer Anlaß geben kann, v.a. wenn zusätzlich noch von apraktischen Stö-rungen für Alltagstätigkeiten beobachtet werden). Oft wird auch über ernsthafte Schwierigkeiten mit dem Lesen geklagt wegen der Kon-zentrationsunfähigkeit und der Unfähigkeit, Neues aufzunehmen, zu verarbeiten und zu behalten.
Sprachschwierigkeiten mit Wortfindungsstörungen („Namens-block“) mit häufigen „Versprechern“ und falscher Wortwahl. Es be-stehen auch Störungen des Schreibflusses mit Buchstabenverdre-hungen (z.B. Etlern)und Buchstabenverwechslungen (z.B.Fogel), so daß fast legasthenisch anmutende Schreibfehler entstehen, die v.a. beim Schreiben mit dem PC auffallen, seltener bei handschriftlich Verfasstem. In schweren Fällen einer chronisch progredienten Ence-phalomyelitis sind im cranialen MRT auch Herdbefunde zu erwar-ten, die oft als unspezifische „white spots“ oder ischämische Infarkt-narben beschrieben werden. bei gleichzeitig bestehenden Hirnnerven-paresen oder Sensibilitätsstörungen des Gesichtes/Halses kann es auch zu Verwechslungen mit einer MS kommen. Orthopädische Symptome und Schmerzsyndrome Rezidivierende multilokuläre Gelenkschmerzen, v.a. der Kniege-lenke und der Schultern, aber auch der Hüft- und Handgelenke.
Orthopädische Symptome und Schmerzsyndrome Rezidivierende multilokuläre Gelenkschmerzen, v.a. der Kniege-lenke und der Schultern, aber auch der Hüft- und Handgelenke.
Es kann zu Schwellungen der Knie- und Sprunggelenke kommen, die schmerzlos sind z.B. wenn der Erguß mehr im Schleimbeutel lokali-siert ist oder auch schmerzhaft, wenn eine Dehnung der Gelenkskap-sel besteht.
60% aller Borreliose-Patienten haben irgendwann diese polytop auf-tretenden Gelenkschmerzen! Rezidivierende Nackenschmerzen mit Ausstrahlung bis in die obere BWS und die Schultern, oft eines der Frühsymptome nach einer Borrelien-Infektion (sog. Borrelien-Meningismus)
Rezidivierende diffuse, oft sehr starke Kopfschmerzen und rezidi-vierende Rachen-oder Zungenschmerzen ohne Organbefund.
Schmerzsyndrome der Muskulatur Muskelkrämpfe und verstärkter Muskelkater nach körperlicher Be-lastung, die oft durch eine gleichzeitige Übersäuerung mitbedingt sind. Muskelzuckungen in Gesicht u./o. den Extremitäten, die leicht mit einem Tic verwechselt werden könnten. „Elektrisierende“ Missempfindungen oder Schmerzen, die so kurz und heftig „wie bei einem Messerstich“ sind und die immer wieder kurzzeitig an völlig verschiedenen Körperstellen auftreten können.
Eine Sonderstellung unter den Schmerzsyndromen bei Borreliose nimmt das Bannwarth-Syndrom ein: Garin, Bujadoux und Bannwarth beschreiben schon 1922 Nerven-schmerzen großer Nerven wie z.B. des Ischias oder des Plexus brachialis, deren Ursache eine (Meningo)-Polyradikulitis mit lympho- plasmazellulärer Pleocytose im Liquor ist, die meist 4-6 Wochen nach einem Zeckenstich und häufig ohne ein begleitendes EM auf-tritt. Diese Sonderform der Borrlieninfektion betrifft nur ca. 5% der Patienten. Diese Nervenschmerzen können sehr lange anhalten und werden auch leicht als Bandscheiben-bedingte Ischialgien fehlgedeutet Auffällig ist ebenfalls eine nächtliche Schmerzverstärkung. Als Ursache der Beschwerdezunahme nachts werden Borrelien-verursachte Perivas-kulitiden der Vasa nervorum angenommen sowie Blutviskositätsver-änderungen mit dadurch bedingten nächtlichen Ischämien in den kleinen Gefäßen.
Weitere neurologische Symptome Sensible Polyneuropathien (PNP) ohne motorische Defizite und ohne Reflexverluste (wahrscheinlich bedingt durch Vaskulitiden der Vasa nervorum der peripheren Nerven) lassen sich bei lange bestehen-der Borreliose fast regelhaft finden. Die Tiefensensibilität (das sog. Vibrationsempfinden) bleibt dabei meist unbeeinflusst. Gemessen werden kann diese sensible PNP durch die Oberflächensensibilitäts-prüfung mit dem Nadelrad (nicht mit der Hand oder einem Watte-bausch !) und den dabei angegebenen Sensibilitätsveränderungen (Hy-perpathien werden viel häufiger gefunden als Hypästhesien). Sie sind im weiteren Behandlungsverlauf meist wieder rückläufig, was gut dokumentiert werden kann durch das zentimetergenaue Ausmes-sen der sensiblen Veränderungen. Ca. 10 % aller chronisch Borrelio-sekranken haben neurologische Symptome.
Hirnnervensymptome: Neuritis des 1.Hirnnerven (N.olfaktorius) mit Veränderung des Geruchssinnes und Wahrnehmung ungewöhnlicher Gerüche
Neuritis des 2. Hinnrerven (N.opticus) mit Beeinträchtigung des Scharfsehens (cave:DD: MS)
Neuritis des 3. Hirnnerven (N. oculomotorius) mit Lidheberschwä-che (Ptosis),Pupillotonie und Schmerzen bei Augenbewegungen
Neuritis es 4. Hirnnerven (N. trochlearis) mit der Folge von Dop-pelbildern durch Schielstellung (Bulbusdrehung vertikal)
Neuritis des 5. Hirnnerven (N. trigeminus) mit Dys- und Parästhesien der Wangen, perioral, am Gaumen sowie „Zahnschmerzen“
Neuritis des 6. Hirnnerven (N. abducens) mit Doppelbilder durch eine Schielstellung lateral
Neuritis des 7. Hirnnerven (N. facialis) mit Facialisparese, ein- oder doppelseitig, Hyperakusis, Geschmacksstörung, Tränensekretionsstö-rung (Sicca-Syndrom, Hyperlacrimation)
Neuritis des 8.Hirnnerven (N.statoacusticus/vestibulocochlearis) mit Schwindel, Hörverlust, Tinnitus, M. Meniere-Symptomatik, Ge-räuschüberempfindlichkeit.
Neuritis des 9. Hirnnerven (N. glossopharyngeus) mit (meist ) ein-seitigen Halsschmerzen, Schluckstörungen, Zungengrundschmerz
Neuritis des 10.Hirnnerven (N.vagus) mit Dysphonie, Dysphagie und Heiserkeit (Stimmbandteillähmung), Gaumensegellähmung
Neuritis des 11.Hirnnerven (N.accessorius) mit Schwäche des M.trapezius und M.sternocleidomastoideus
Neuritis des 12. Hirnnerven (N. hypoglossus) mit Abweichen der Zunge zur betroffenen Seite, Phonationsstörung (b,p,d,t,n,s)
Vegetative Symptome Schwitzen (ohne Fieber!) sowie Frieren, Frösteln und Zittern. Es besteht eine insgesamt erhöhte Kälteempfindlichkeit (bei völlig nor-maler Schilddrüsenfunktion), was v.a. bei Männern, die vorher nie froren, auffallend ist. Diese meist nächtlichen, aber auch tagsüber auftretenden Schweißausbrüche ohne vorangehende Anstrengung sind ein sehr häufiges Symptom der persistierenden Borreliose. Die Schwitzanfälle nachts oder auch tagsüber treten bei manchen Betroffenen immer zur gleichen Stunde auf. (Differentialdiagnostisch muß bei v.a.nächtlichem Schwitzen aber auch immer noch an Tuberkulose oder eine Tumorerkrankung gedacht werden).
(Neu aufgetretene) Alkoholunverträglichkeit, oft auch für nur klei-ne Alkoholmengen und vermehrt Unverträglichkeiten bzw. Allergien auf Nahrungsmitttel.
Rezidivierende Fieberschübe für einige Tage, meist um 38°C und tageszeitlich gebunden auftretend (v.a. bei Co-Infektion mit Babesien, der sog. „Hundemalaria“). In der Frühphase der Erkrankung treten die Fieberschübe häufig in einem 4-Wochen-Rhythmus auf.
Bei Kindern kommt es häufig zu rezidivierenden Fieberschüben bis 40° C. Es kann auch zu epileptischen Anfällen bei Kindern und Ju-gendlichen kommen.
Internistische Symptome Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Koordinationsstörungen oft verbunden mit diffusen oder migräneartigen starken Kopfschmer-zen, die nicht auf die üblichen Analgetika, Antirheumatika oder Trip-tane ansprechen Rezidivierende Lymphknotenschwellungen und gelegentlich auch Leuko-mit Lymphocytopenie, d.h. zu wenig weiße Blutkörperchen mit zu wenigen Lymphocyten. Es wird auch immer wieder von einer erhöhten Infektanfälligkeit nach einer Borrelieninfektion berichtet, Kinder wie Erwachsene „kränkeln“ oft. Es wird von rezidivierenden Nasennebenhöhlenin-fektionen oder verzögert ausheilenden sinubronchialen Infekten mit Husten berichtet.
Passagere oder auch bleibende Leberwerterhöhungen treten eben-falls nach einer Borrelieninfektionen immer wieder einmal auf, oft in Kombination mit einer Epstein-Barr-Virus (EBV)-Infektion (die auch Ursache einer Borrelien-IgM-Erhöhung sein kann und so eine frische Borrelieninfektion vortäuschen kann). 15-20% der Borreliosepatienten leiden unter einer passageren Leber-werterhöhung bzw. einer „Borrelien-Hepatitis“. Generell gilt auch, dass sich Borreliosesymptome nach einer Narkose ebenso wie nach einer Impfung (FSME), einem Virusinfekt (v.a. EBV!) verschlechtern und sich in ihrer Intensität verstärken! Es werden den auch Schübe dadurch ausgelöst.
Kardiale Symptome Herzrhythmusstörungen, meist s.v.Tachykardien, die anfallsweise auftreten sowie subjektiv beeinträchtigendes Herzklopfen. Aber auch bradykarde Herzrhythmusstörungen treten auf. Im EKG zeigt sich dann z.B. ein neu aufgetretener AV-Block I-II(-III). Grades oder ein Rechtsschenkelblock. 8-12% der Borreliose-Kranken haben cardiale Symptome.
Pulmologische Symptome Husten, Kurzatmigkeit ohne adäquate Ursache, obstruktive Bronchitis mit auskultatorischem Giemen, diffuses Druckgefühl im Thorax, von den Patienten oft als „Beklemmungsgefühle“ im Brustkorb bezeich-net (cave: nicht als Angstgefühle oder Depression missdeuten!).
Gastrointestinale Beschwerden Verdauungsstörungen mit und ohne Bauchschmerzen, Meteoris-mus, Durchfall im Wechsel mit Verstopfung sind häufig genannte unspezifische Symptome nach einer Borrelieninfektion. Appetitstörungen mit Gewichtsverlust oder auch -zunahme (oft bei gleichzeitig erhöhter Insulinresistenz, die ebenfalls nach Borrelienin-fektion vermehrt beobachtet wird ).
Oft besteht auch gleichzeitig eine Infektion mit Helicobacter pylori oder eine Lactoseunverträglichkeit, was beides laborchemisch abge-klärt werden sollte, da es jeweils spezifisch behandelt werden könnte.
Dermatologische Symptome (incl. Haut und Haare) Es werden immer wieder Hautveränderungen wie rez. Exanthe-mata und mykoseartige Veränderungen beschrieben. Des weiteren kommt es intervallartig zu trockener Schuppung beider Handflä-chen und besonders an den „Schwimmhäuten“ in den Fingerzwi-schenräumen zu trockener Schuppung mit Einrissen, seltener auch an den Fußsohlen, dann ebenfalls oft mit Rhagaden einhergehend. Die Patienten erhalten dann öfter die Diagnose einer Neurodermitis, selbst wenn diese Hautveränderungen erstmals im Erwachsenenalter und auch erst nach einer Borrelieninfektion auftreten. Auch eine mild ausgeprägte Psoriasis wird öfter als Ursache der schuppigen Hautveränderungen diagnostiziert und die gleichzeitig auftretenden Gelenkschmerzen dann als „Psoriasisarthritis“. Wird dann dieser Diagnose entsprechend mit Medikamenten wie Arava oder Metothrexat behandelt, wird das Immunsystem supprimiert, was wiederum der Chronifizierung der Borreliose Vorschub leistet. Auch unter den Achseln kann es zu Rötungen und Pusteln kommen, dann auch verbunden mit Schmerzen der regionären Lymphknoten. Dasselbe gilt für die Leisten beidseits und die inguinalen Lymphkno-ten, die zu diffusen Leistenschmerzen führen. Bei Frauen bilden sich auch submammär ekzemartige Hautveränderungen aus, die dann wieder ohne spezifische Therapie verschwinden (wenn der Schub abklingt). Eine rezidivierend auftretende Lymphadenosis cutis benigna wird meist am Ohr, im Nacken, am Skrotum, der Nase oder an der Mamille beobachtet und ist eine Ansammlung von Lymphocyten (Lymphocy-tom). Dies kann auch ein Erstsymptom nach einer Borrelieninfektion sein und statt oder gleichzeitig mit einem EM auftreten, v.a. bei Kindern.
Auch eine Pannikulitis, eine entzündliche Veränderung des Unter-hautfettgewebes mit schmerzhafter Knotenbildung, wird gelegentlich beobachtet. Diese bildet sich unter adäquater Borreliosetherapie meist wieder zurück. Das Neuauftreten von multilokulären Lipomen wird ebenfalls immer wieder berichtet im Anschluß an eine Borrelieninfektion. Rötliche fleckige Hautveränderungen beiseits seitlich am Hals so-wie im Decolletebereich erinnern an eine Sonnendermatose, treten aber nach einer Borrelieninfektion auch ohne Sonneneinstrahlung (und auch ohne vorherige Doxycyclineinnahme!) auf. Diese bleiben leider meist auch nach adäquater Borreliosetherapie bestehen. Ein sog. „Haarspitzenkatarrh“ mit Schmerzen beim Kämmen oder Berühren der Haare wird ebenfalls relativ häufig berichtet. Diffuser Haarausfall, v.a. im Frühstadium und später jeweils bei den Borreliose-Schüben. Aber auch Alopecie mit völliger Haarlosigkeit kann auftreten. (Dermatologen fanden eine interstitielle Myositis der Haarwurzelmuskulatur neben einer Angiopathie durch Lymphocy-teninfiltrate bei einem verwandten Phänomen, nämlich der Entwick-lung von Schmerzen der Hauthaare mit nachfolgender Alopecie und Hautatrophie bei einem ACA-Prozess).
Veränderungen der Funktion der Sinnesorgane Diffuse Sehstörungen, Schleiersehen und v.a. Nachtblindheit sind die häufigsten Sehveränderungen. Aber auch vermehrtes Auftreten von mouches volantes kommt vor. Die Sehqualität kann sich ebenfalls verändern, es kann zu Farbverschiebungen kommen, zu Unscharf-sehen, zu Flimmern vor den Augen. Eine Abducensparese mit Dop-pelbildern oder Oculomotoriuslähmung tritt v.a im Zusammenhang mit eine frischen Neuroborreliose auf, nur selten als Symptom einer chronischen Infektion. Einseitige Pupillenfunktionsstörungen - sog. Pupillotonien - treten nach einer Borrelieninfektion auf und werden vom Patienten als ein-seitige Vergrößerung der Pupille (sog. Mydriasis) wahrgenommen.
Die Reaktionsfähigkeit dieser Pupille nach Lichteinfall ist dann oft auch stark verzögert, was zum einen zu einer erhöhter Blendempfind-lichkeit als auch zu Verschwommensehen führen kann.
Rezidivierende Augenentzündungen im Wechsel an beiden Augen, wobei sowohl die Konjunktiven, die Hornhaut als auch die Netz-haut oder die Iris betroffen sein können. Sie sind oft ein spät auftre-tendes Symptom und ähneln den Befunden bei okulärer Syphilis. Oft treten sie auch immer wieder gleichzeitig mit diversen Gelenkschmer-zen auf (cave: M Reiter!). Subjektiv besteht ein Fremdkörper - oder Trockenheitsgefühl der Augen (Sicca-Syndrom)
Neu aufgetretene Licht- und Lärmüberempfindlichkeit Selten treten auch Geschmacksstörungen (oft entsteht ein bitterer, saurer oder metallischer Geschmack) bzw. auch das Nachlassen des Geschmacks-und/oder Geruchsempfindens auf . Tinnitus sowie Hörverlust ein-oder doppelseitig , manchmal verbun-den mit Gleichgewichtsstörungen und Schwindel. Auch meist ein-seitige Ohrenschmerzen ohne fachärztlich erkennbare Ursachen wer-den immer wieder geklagt.
Endokrine Veränderungen Hypercholesterinämie, was jedoch ein sehr unspezifisches Symptom ist, da es in der Allgemeinbevölkerung ebenfalls sehr häufig ist. Es wird jedoch von den Betroffenen berichtet, dass die Cholesterinwerte erst nach der Borrelieninfektion als erhöht aufgefallen seien, eine Deutung dieses Phänomens steht noch aus. Latente Hypothyreosen mit Erhöhung des TSH basal-Wertes, einer Erniedrigung von fT3 und oft auch der Entwicklung von Schilddrü-sen-Antikörpern (MAK,TRAK,TAK), die eine autoimmune Hashi-moto-Thyreoiditis anzeigen, die überproportional häufig mit einer Borreliose vergesellschaftet zu sein scheint. Klinische Symptome sind Veränderungen des Temperaturempfindens mit Frösteln und einer Kälteüberempfindlichkeit, aber auch immer wieder Auftreten von kalten Schweißausbrüchen. Auch Müdigkeit und Antriebsstörungen können durch die Schilddrüsenfunktionsstörung bedingt sein.
Serotoninstoffwechsel-/Cortisolspiegeländerungen mit Stim-mungsschwankungen, Gereiztheit, Aggressivität und Schlafstö-rungen (zu viel, zu wenig, oberflächiger Schlaf, Früherwachen). Häufig wird auch über eine verstärkte Erschöpfbarkeit geklagt. Auch erstmalig in höherem Alter auftretende Depressionen, die auf eine adäquate antidepressive Therapie nicht ansprechen, sollten an eine möglicherweise zugrunde liegende Borreliose denken lassen. Wahrscheinlich ebenfalls auf Veränderungen des Cortisolspiegels bzw. des Angiotensin-II-Rezeptors beruhen die häufig berichteten Blutdruckveränderungen, insbesondere die plötzlich nach einer Borrelien-Infektion auftretenden erhöhten Blutdruckwerte bei vorher normotonen Personen.
Insulinresistenz mit Diabetesentwicklung , die einer vermehrten Tu-mornekrosefaktor (TNF-Alpha)-Aktivierung zugeschrieben wird.
Sexuelle Funktionsstörungen Bei der Frau kommt es zu Beschwerden wie im Klimakterium mit Menstruationsunregelmäßigkeiten, gelegentlich sogar Auftreten von Milchfluß (Laktation) sowie verstärkter Reizbarkeit und (v.a. nächtlichen) Schweißausbrüchen. Beim Mann entsteht ein Testosteronmangel, der sich über die Verän-derungen an den hormonellen Rezeptoren entwickeln kann mit der Folge von Müdigkeit, Libidominderung und Erektionsstörungen. Auch eine Gynäkomastie (bei gleichzeitigem Prolaktinanstieg) wurde schon beobachtet. Untersuchungen der Sexualhormone sollten deshalb bei Hinweisen auf eine derartige Störung zur Basisuntersuchung bei Borreliosekran-ken gehören.
Urogenitale Symptome Brennschmerzen der Blase sowie Blasenfunktionsstörungen mit zu häufigem Wasserlassen ((Pollakisurie), aber auch (sensible) Inkonti-nenz (man merkt nicht mehr, wenn die Blase gefüllt ist) ohne eine be-gleitende Bakteriurie. Bei Kindern kann eine primäre Inkontinenz für Urin und Stuhl das Symptom einer Borrelieninfektion sein. Auch Mikrohämaturie oder asymptomatische Proteinurie können vorkom-men. Hoden-/Prostata-/Leistenschmerzen ohne organischen Befund Seltenere (< 10 %) Symptome bei persistierender Borreliose, die in der Literatur berichtet werden: Neurologische Symptome: Berichtet wird von klinischen Bildern wie bei Gilles-de-la-Tourette-Syndrom und anderen extrapyramidalen Syndromen, von choreati-schen Symptomen, v.a bei Kindern. Symptome wie bei amyotropher Lateralsklerose (ALS), einem M. Parkinson, einem Guillain-Barre-Syndrom oder einer Schlaganfall-ähnlichen Halbseitenlähmung, auch bei Kindern. MS-ähnliche Symptome incl. cerebralen NMR-Herde. Es wird von cerebellärer Ataxie berichtet, von Cerebralatrophie, schwerer Encephalopathie mit Hirndruck, Stupor und Coma, Pseudo-tumor cerebri, dies v.a. bei Kindern. In selten Fällen kann es auch zu epileptischen Anfällen kommen, die jedoch besonders intensiv differentialdiagnostisch abgeklärt werden müssen, da es sich- zumindest bei Erwachsenen- um eine Rarität handeln dürfte. Bei Kindern wird darüber öfter berichtet, v.a. im Zusammenhang mit Fieberschüben bei Borreliose.
Psychiatrische Symptome: Berichtet wird vom Neuauftreten von Zwangssymptomen, schizophre-nieartige Erlebens- und Verhaltensweisen mit Paranoia und Halluzina-tionen (Gerüche, Geräusche, Optisches), Anorexie .Schwere Demenz wie bei M. Alzheimer (mit Spirochätennachweis in senilen Plaques und Hirngefäßwänden post mortem), Hypersexualität, Alpträume, örtliche und zeitliche Desorientierung, Prosopagnosie (Gesichter werden nicht wiedererkannt), apraktische Störungen (bisher alltägliche Handlungen können nicht mehr ausgeführt werden) Herz-Kreislauf, Gefäßsystem, Blutbildung: Bei aktiver Borreliose findet sich eine dilatative Myocardiopathie, Bauchaortenaneurysma sowie intracerebrale Aneurysmen (Borr. burgd.-Vasculitis!), Angina abdominalis, KHK und Herzinfarkt, Thrombosen, Lymphadenopathie, erworbene Herzklappenfehler. Sehr selten auch eine Knochenmarks-Beteiligung mit Plasmocytose. Lunge: Rstriktive oder obstruktive Ventilationsstörungen, M. Boeck (Sarkoi-dose), trockener, nicht-produktiver Husten. Niere, Harnwege, Sexualorgane: Es werden berichtet rez.Harnwegsinfekte, Mikrohämaturie, Protein-urie und Glomerulonephritis, Prostatitis, Orchitis, Adnexitis, Uroli-thiasis, Portio-, Penis-, Mamma-Carcinom, Impotenz. Haut: Sklerodermie-ähnliche Veränderungen, Lichen sclerosus, subcutane fibröse Knoten, Granuloma annulare, eosinophile Fasziitis der Extre-mitäten, Anetoderma (umschriebener kreisförmiger Schwund der elastischen Hautfasern mit rötlichen, später weißen Herden mit Ziga-rettenhaut), diffuse Alopecie (auch am Ort des EM), B-Cell-Lymphom der Haut. Magen-Darmtrakt: M.Crohn, Colitis ulcerosa, Cholelithiasis, Refluxösophagitis, Spleno-megalie, (fieberhafte) Hepatitis und rez. Leberwerterhöhungen. Orthopädische Symptome: M. Bechterew, M. Dupuytren, Osteoarthritis und gelenknahe Osteopo-rose, Baker-Cysten der Kniekehlen. Endokrinium: Hypogonadismus, Hypophysenhinterlappeninsuffizienz (z.B. Diabetes insipidus mit verstärktem Durstgefühl und Pollakisurie), Hyperaldos-teronismus, Angiotensin-Erhöhung mit Blutdruckanstieg. HNO-Symptme: Heiserkeit und rez. Recurrensteilparese, Schluckstörung, Schwellun-gen im Gesicht, M. Meniereanfälle mit Schwindel und Hörverlust. Augen-Symptome: Nystagmus, Horner Syndrom, Panophthalmitis Brunnen: http://www.zigann.net/downloads/hs_symptomvielfalt.pdf Weiteres zur antibiotische Behandlung Borellia Lyme SchmerzsyndromDie Behandlung einer Borreliose stellt auf Grund der Möglichkeit des vielfachen Organbefalls eine interdisziplinäre Herausforderung der verschiedenen Fachdisziplinen in der Medizin dar. Die Prognose nach adäquater antibiotischer Behandlung ist jedoch gut, da die Neuroborreliose in 95% der Fälle folgenlos ausheilt. Die Verabreichungsform und Länge der Antibiotikatherapie richtet sich nach dem Krankheitsstadium, aber insbesondere nach der Krankheitsmanifestation. Hierbei sind individuelle Risikofaktoren der Patienten (wie z. B. eine Antibiotikaallergie oder eine Niereninsuffizienz u. a.) zu berücksichtigen. Je länger eine Borrelieninfektion dauert, umso schwieriger wird es, eine komplette Erregereliminierung zu erreichen. Für die Therapie stehen grundsätzlich verschiedene Antibiotika zur Verfügung. Es wird zwischen extrazellulären (außerhalb der Körperzellen) und intrazellulären Erregern (in Zellen des Bindegewebes, des Knorpels, Fettgewebe und der Haut) unterschieden. Dementsprechend sind die Antibiotika auszuwählen. Diese müssen auch "zellgängig" sein. Besonders Spätformen der Borreliose (persistierend) weisen intrazelluläre Erreger auf. Unterstützt wird die Zellengängigkeit durch gleichzeitige Gabe von Hydroxychloroquin, das einen basischen Zustand in den Zellen herbeiführt und das Eindringen des Antibiotikums in die Zellen unterstützt. Zellgängige Antibiotika sind Clarithromycin und Azithromycin in Kombination mit Hydroxychloroquin. Es liegen jedoch keine überzeugenden klinischen Studien zur Wirksamkeit von Hydroxychloroquin vor. Ein extrazellulär wirkendes Antibiotikum ist Ceftriaxon, das intravenös über 14-21 Tage in einer Dosis von 2 g pro Tag gegeben wird. In einer Metaanalyse von acht europäischen Studien mit insgesamt 300 Patienten mit definitiver Neuroborreliose zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied beim Behandlungserfolg zwischen einer oralen Doxycyclin-Therapie im Vergleich zur intravenösen Therapie mit Penicillin G oder Ceftriaxon. Therapieversager sind mit allen Antibiotika und darauf basierenden Behandlungsregimen festgestellt worden. Unklar ist jedoch die Häufigkeit, die von einigen Autoren mit 10% bis 20% angegeben werden und von anderen mit etwa 50%. Zur Antibiotika-Behandlung von mehr als 14 bis 30 Tagen bei Patienten mit Lyme-Borreliose gibt es kein ausreichendes Studienmaterial. Eine aktuelle placebo-kontrollierte Studie konnte bei der Lyme-Enzephalopathie lediglich eine vorübergehende Besserung nach Durchführung einer 10-wöchigen Ceftriaxon-Behandlung zeigen. Offen blieb jedoch, ob diese Besserungen auf eine direkte Wirkung oder auf "positive Nebenwirkungen" des Antibiotikums zurückzuführen waren. Studien zu einer möglichen besseren Wirksamkeit anderer Antibiotika-Klassen bei diesem Krankheitsbild liegen nicht vor. Wie in den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zur Neuroborreliose ausgeführt ist, ist die optimale Behandlungsdauer vor allem mit den intravenös zu verabreichenden Antibiotika Ceftriaxon und Cefotaxim unklar. Eine Behandlungsdauer über 3 Wochen ergibt jedoch keinen zusätzlichen Effekt. Inzwischen werden auch in fortgeschrittenen Stadien andere Antibiotika als Cephalosporine eingesetzt, u. a. Tetracycline, da die β-Lactam-Antibiotika (wie Ceftriaxon, Cefotaxim) im Verdacht stehen, sogenannte zystische oder zellwandlose Formen zu verursachen und bei intrazellulärer Persistenz nicht ausreichend zu wirken. Einige Behandlungsformen bestehen aus einer Kombination von intravenösen und oralen Antibiotika, wobei jedoch insgesamt keine überzeugenden Nutzenbelege vorliegen. Fraglich ist, ob die Lyme-Borreliose im III. Stadium noch heilbar ist. Für eine Behandlung der Lyme-Borreliose mit Cholestyramin ergibt sich weder eine wissenschaftliche Rationale noch ergeben sich hierzu Argumente aus kontrollierten Studien. Eine solche Behandlung wird nicht empfohlen. Insbesondere im Hinblick auf die Therapie einer Lyme-Borreliose ist zunächst zu erwähnen, dass es hierzu zwei konkurrierende medizinische Leitlinien in den USA gibt. Da sind zum Einen die Leitlinien der IDSA sowie zum Anderen die der ILADS. Die IDSA-Leitlinien haben international einen wesentlichen Einfluss auf die Therapie der Lyme-Borreliose. Viele Ärzte schließen sich den Leitlinien der IDSA an, die beispielsweise eine chronische Lyme-Borreliose nicht anerkennt sondern vom Post-Lyme Syndrom spricht. Am 1. Mai 2008 ließ der Generalstaatsanwalt von Connecticut, Richard Blumenthal, diese IDSA-Leitlinien überprüfen. Begründet wurde die Untersuchung durch die Feststellung seines Ministeriums, die IDSA-Leitlinienkommission habe in unsachgemäßer Weise Überlegungen und Erkenntnisse abweichender medizinischer Meinungen und Nachweise ignoriert oder bagatellisiert. Des Weiteren konnte einflussreichen Mitgliedern der Leitlinien-Kommission geheim gehaltene Kapitalinteressen und Verflechtungen mit Versicherungsunternehmen und Pharmakonzernen nachgewiesen werden. Häufig beeinflussen die bis zum 1. Mai 2008 geltenden IDSA-Leitlinien die Entscheidungen der Ärzte über Art und den Umfang der Therapie, nicht nur in den USA sondern in vielen Ländern. In Deutschland gibt es bislang noch keine nationale, evidenzbasierte Gesamtleitlinie zur Behandlung der Lyme-Borreliose. In den USA fragten viele praktische Ärzte nach Behandlungsrichtlinien, die auch Patienten berücksichtigten, die nach einer Kurzzeittherapie offenbar noch nicht geheilt waren. 2004 wurden die evidenzbasierten Leitlinien der ILADS veröffentlicht. In Deutschland gibt es u.a. die Therapiempfehlungen der Deutschen Borreliose-Gesellschaft, die sich an den ILADS-Leitlinien orientieren. (http://de.wikipedia.org/wiki/Lyme-Borreliose)
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